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Selbstverteidigung beginnt im Inneren!

 


Was bedeutet Selbstverteidigung eigentlich?


Ist es eine Aneinanderreihung von bestimmten Griffen? Von bestimmten Tritten?

Ein Auswendiglernen von „Wenn der Angreifer A macht, dann mache ich B?“

Was braucht es eigentlich, um sich selbst zu verteidigen?




Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn ich mir vorstelle, jemand kommt mit seiner geballten Wut, mit all seinem Hass, auf mich zu und will mir ans Leben oder an meinen Körper? Bin ich noch handlungs-fähig oder falle ich in eine Schockstarre? Habe ich die Übungen, die ich gelernt habe, im Notfall und unter Todesangst, automatisch parat? Oder muss ich erst in allen Taschen nach meinem Pfefferspray suchen? Wie stehe ich eigentlich zu Hilfsmitteln? Habe ich Angst, dass der Angreifer mein Spray, mein Messer gegen mich einsetzt? Sind mir meine eigenen Zweifel bewusst? Oder lebe ich nach dem Motto: „Wenn ich ihn nicht sehe, sieht der Täter mich auch nicht“?




Wenn man sich nicht vorher mit seinen eigenen Gefühlen, seinen Ängsten, Zweifeln, Blockaden und Abschaltmechanismen auseinandersetzt, dann treffen einen all diese Gefühle mit voller Wucht in dem Moment, in dem man angegriffen wird und dann sind alle Übungen und Techniken, die man gelernt hat, nicht mehr von Bedeutung. Warum? Weil man nicht mehr dazu in der Lage ist, überhaupt zu reagieren, wenn man "abschaltet", sich von seinen Ängsten dominieren lässt oder in einen Schockzustand fällt, so dass das Gehirn wie leergefegt ist und man nicht mehr in der Lage ist, sich überhaupt an das Gelernte zu erinnern.



Daher ist es wichtig, sich schon vorher mit diesen Fragen zu beschäftigen:


  • Kenne ich meine Schwachpunkte?

  • Wenn mich jemand anschreit, mich hasserfüllt anschaut, bin ich dann noch „da“?

  • Was geht in mir vor, wenn mich jemand am Hals oder an der Brust packt?

  • Wann erstarre ich zur Salzsäule und lasse alles über mich ergehen lasse?

  • Und wie beuge ich dem vor?

  • Bin ich wirklich bereit, jemand anderen zu verletzen, selbst dann, wenn es aus reiner Notwehr geschieht?

  • Bin ich wirklich imstande (in Notwehr), einem anderen Menschen so auf den Kehlkopf zu schlagen, dass er keine Luft mehr bekommt, ihn im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich zu verletzen?

  • Wo ist eigentlich meine Hemmschwelle? Kenne ich sie?

  • Und wie denke ich eigentlich über mich selbst?

  • Bin ich es „wert“, um mein Leben zu kämpfen?

  • Denke ich, dass alle anderen eh viel wichtiger sind als ich selbst?

  • Denke ich, wenn ich nur liebe genug gucke, lässt man mich in Ruhe? …




Kirschblüte  Psychosomatik

Auch wenn diese Fragen provokativ klingen mögen, so sind sie dennoch notwendig. Denn ein Angriff/ein Übergriff ist eine sehr ernste Sache, bei dem der Angreifer darauf abzielt oder es zumindest in Kauf nimmt, dem Opfer Schmerzen zuzufügen, es zu vergewaltigen, zu entführen, zu töten, zu erniedrigen oder ihm anderweitig erheblichen Schaden zuzufügen. Und mit dieser entsprechenden Energie kommt der Angreifer auch auf einen zu. Daher steht an erster Stelle, die gelernten Techniken im Ernstfall auch wirklich einsetzen zu können. Deswegen ist es so wichtig, sich selbst und seiner Schwachpunkte bewusst zu sein, um diese dann gezielt bearbeiten zu können, um nicht von ihnen überrumpelt zu werden.




Übungen sind notwendig!

Natürlich ist es absolut empfehlenswert, sich bestimmte Übungen und Abwehrmaßnahmen anzueignen und sie immer wieder zu trainieren, so lange, bis man nicht mehr lange überlegen muss, sondern sie automatisch von der Hand gehen. Denn in einer Notsituation, in der man um seine Gesundheit und auch um sein Leben fürchtet, hat man keine Zeit zu überlegen und in seinen Taschen zu kramen. Und man sollte definitiv nicht so lange warten, bis der Angreifer einen in der Mangel hat und übergriffig wird, sondern vorher reagieren, damit es gar nicht erst dazu kommt. Für viele Menschen ist es ungewohnt und stellt eine Hemmschwelle dar, einen anderen Menschen zu schlagen, zu treten oder anderweitig außer Gefecht zu setzen und Schmerzen zuzufügen, selbst wenn es darum geht, das eigene Leben zu verteidigen. Auch haben die meisten Menschen noch nie in ihrem Leben ein Pfefferspray benutzt, geschweige denn ein Messer bei sich getragen oder den Schirm als Waffe eingesetzt. Daher ist es notwendig, immer wieder zu üben, bis es sich wie selbstverständlich anfühlt. Da ein Übergriff überall und jederzeit passieren kann, ist es wichtig, diese Bereitschaft, sich zu wehren, zu verinnerlichen und entsprechende Hilfsmittel dabei zu haben.



Tägliche Vorsichtsmaßnahmen

Viele Menschen gehen davon aus, dass ein Übergriff hauptsächlich im Dunkeln und in versteckten Gassen passiert, das ist aber nicht immer der Fall. Auch in der Öffentlichkeit können Übergriffe stattfinden, so kommt es häufiger vor, als man denkt, dass in überfüllten Räumen, wie z.B. Bus oder Fahrstuhl, einer Frau oder einem Mädchen von hinten zwischen die Beine gegriffen wird. Auch da kann man vorbeugen, indem man entweder diese Räume meidet, die Treppen nimmt, immer wachsam bleibt, sich seine Mitmenschen genau anschaut, sich dahin stellt, wo keine Gefahr droht, sich z.B. mit dem Rücken zur Wand stellt und auf alles vorbereitet ist. Gut ist es, schon mit der entsprechenden Einstellung aus dem Haus zu gehen: "Ich lasse unter keinen Umständen zu, dass jemand meine Grenzen überschreitet. Ich bin wachsam, aufmerksam, höre auf meine Intuition und bin bereit, mich zu wehren und zu verteidigen."



Den Angriff kommen sehen

Die wichtigste Voraussetzung, einen Angriff überhaupt abwehren zu können, ist es, ihn überhaupt kommen zu sehen! Wie aber soll das gehen, wenn man weder etwas von seiner Umgebung hört noch sieht? Und das ist leider sehr häufig der Fall: Viele laufen mit Kopfhörern herum oder starren, auch beim Gehen, tief versunken auf ihr Handy. Man kann sich einfach selbst die Frage stellen: Wenn ich ein Täter wäre, würde ich mir eine Frau (oder auch einen Mann) aussuchen, die konzentriert und aufmerksam ihre Umgebung im Blick hat und mich schon von Weitem kommen sieht und sich somit wappnen kann oder würde ich mir eine Frau aussuchen, die so in ihrer eigenen Welt versunken ist, dass ich sie mit einem gezielten Griff an die Brust, einem Anrempeln oder einem Blick „abschalten“ kann und sie dann so geschockt ist, dass ich leichtes Spiel habe? Wie gesagt, es sind provokative Fragen, aber es ist wichtig, sich diese Dinge vor Augen zu führen, denn das ist leider die Realität: Täter sind abgebrüht und gehen bewusst über Grenzen, unter Umständen mit sehr extremen Mitteln.



Das Recht auf Selbstverteidigung!

In unseren Kursen gibt es immer wieder Teilnehmer, die sich Sorgen darüber machen, dass sie selbst ins Gefängnis kommen oder Ärger kriegen, wenn sie einen anderen Menschen verletzten, selbst wenn es in gerechtfertigter Notwehr ist! Im Gesetzbuch ist eindeutig festgelegt, dass jeder Mensch das Recht hat, sich selbst zu verteidigen, wenn er angegriffen wird. Dieses ist im Notwehrparagraphen §32 StGB niedergeschrieben. Dennoch haben viele Angst, dass der Angreifer den Spieß quasi einfach umdreht, und das Opfer wegen Körperverletzung anzeigt. Nur dann rückt der Täter in den Fokus der Polizei, wird befragt und muss sich erklären. Warum sollte er das tun? Täter sind feige. Sie suchen sich vermeintlich schwächere Opfer aus, wo mit keiner Gegenwehr zu rechnen ist, sie versuchen, ihre Opfer einzuschüchtern und drohen ihnen. Warum? Weil Täter es nicht riskieren wollen, selbst verletzt zu werden oder von der Polizei aufgegriffen zu werden, um dann im System zu landen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Täter sich selbst in den Fokus rückt, gering.



Selbst wenn es zu einer Anzeige des Angreifers kommen sollte, ist erstens dennoch nicht gesagt, dass er Recht bekommt, und zweitens stellt sich die Frage: Möchte ich wegen einer minimalen Möglichkeit, dass es dazu kommt, mein Leben riskieren? Möchte ich deswegen wirklich lieber in Kauf nehmen, vergewaltigt zu werden? Und genau diese Zweifel sind es, die die Täter spüren! Sie haben (leider) ein sehr gutes Gespür dafür, wer als Opfer geeignet ist und nicht, wer sich bis zum Äußersten wehren würde, ungeachtet der Konsequenzen (den sie dann aus Selbstschutz nicht angreifen) und wer klein beigibt. Daher ist es enorm wichtig, an der inneren Einstellung zu arbeiten, sowohl, um gar nicht erst zum Opfer zu werden, als auch, um im Ernstfall wirklich auf die eigenen Ressourcen zurückgreifen zu können, ohne an sich zu zweifeln.



Erst gar nicht zum Opfer werden!

Wie bereits gesagt, suchen sich Täter ihre Opfer meist gezielt aus. Aber was bedeutet das eigentlich? Wie und wodurch wird man zum potentiellen Opfer? Auch wenn der Vergleich etwas weit hergeholt erscheinen mag, so ist es das Beispiel aus der Tierwelt, das am Anschaulichsten zeigt, worauf Täter achten. Wer schon einmal Tierreportagen gesehen hat, insbesondere von Raubtieren auf der Jagd, der weiß, dass z.B. Löwen sich immer die schwächsten, kränksten, jüngsten oder hilflosesten aussuchen. Denn auch hier gilt, dass der Löwe auf keinen Fall verletzt werden darf, da dies sein Ende bedeuten würde. Selbstverständlich ist ein Löwe auf der Jagd nicht das Gleiche wie ein Täter, der ein Opfer überfällt, aber das Prinzip ist doch ähnlich. Denn auch der Täter will nicht riskieren, außer Gefecht gesetzt zu werden und so sucht er sich diejenigen aus, bei denen er glaubt, leichteres Spiel zu haben und das, ohne dass das Opfer weitere Aufmerksamkeit auf sich zieht, denn auch andere Menschen, die auf den Übergriff aufmerksam werden, stellen für ihn eine Bedrohung dar.



Wie wird man nicht zum Opfer?

Zuerst einmal muss man sich selbst kennenlernen und ehrlich sich selbst gegenüber sein. Auch wenn man der Meinung ist, selbstbewusst und stark rüberzukommen, so muss das nicht das Bild sein, das andere von einem haben. Es muss auch nicht heißen, weil man in einer Gruppe Gleichgesinnter stets den Ton angibt, dass man in einer lebensbedrohlichen Situation ebenfalls nicht auf den Mund gefallen ist. Täter sprechen den unsicheren, kindlichen Teil in uns an, den man mitunter noch nicht aufgearbeitet, im schlimmsten Fall noch nicht einmal bewusst hat. Sie legen sich nicht mit der starken, abwehrbereiten Frau oder dem starken Mann in einem an, sondern zählen darauf, dass man innerlich zusammenbricht und sich wie ein kleines hilfloses Kind fühlt und verhält, das Angst hat, noch mehr Ärger zu bekommen, wenn man Widerspruch leistet.




Der erste Schritt ist, sich dessen bewusst zu sein, und dennoch reagieren zu können, auch wenn man innerlich Angst hat! Und dann sind nicht mehr die genauen Übungsabläufe von entscheidender Bedeutung, sondern der Wille, alles, wirklich alles dafür zu tun, sich zur Wehr zu setzen, sich zu verteidigen, zu kämpfen und zu schreien. So wie man schon kleine Beutetiere gesehen hat, die sich mutig dem Raubtier entgegengestellt haben und das dann von seiner Beute abgelassen hat. Und wenn ein Erdmännchen es schafft, eine Klapperschlange in die Flucht zu schlagen, dann schaffen wir als erwachsene Frauen, als  erwachsene Männer, es erst Recht, einen anderen Erwachsen in die Flucht zu schlagen. Und für alle, die sich Sorgen wegen ihrer körperlichen Fitness machen und denken, sie seien „zu schwach“: die innere Einstellung, die Wut, die Abwehrbereitschaft, andere auf den Angreifer aufmerksam machen zu wollen..., all das zählt weitaus mehr als körperliche Fitness. Und dann braucht es nur einiger gezielter Schläge oder Techniken. In allen von uns steckt viel, viel mehr, als uns häufig bewusst ist.



Unser Online-Kurs: Fight for Yourself


Der Name unserer Aggressionsaufbaukurses: „Fight for Yourself“ ist Programm: Kämpfe für dich! Weil du es wert bist, weil du es kannst und wir dich in deiner Entwicklung gerne mit unserem Wissen und unserer Erfahrung unterstützen möchten. In unserem Kurs behandeln wir all die hier angesprochenen und weitere Themen und geben dir viele nützliche Tipps mit, die du leicht umsetzen und in den Alltag integrieren kannst.

 


Wir beschäftigen uns mit so wichtigen Fragen wie:

  • Wie gehe ich mit mir selbst um?

  • Wie wirke ich auf andere?

  • Wie sieht meine persönliche Aggressionsbereitschaft aus?

  • Welche Präventionsmaßnahmen kann ich treffen?

  • Was sind eigentlich Abschalt- und Verdrängungsmechanismen?

  • Wie lerne ich wieder auf meine eigene Intuition zu hören, auf mein eigenes Gefühl?

  • Und noch vieles mehr. 



Wir geben dir konkrete Werkzeuge an die Hand, die du leicht im Alltag umsetzen kannst:


  • Schutzprogramm (Notwehr)

  • Das Recht auf Selbstverteidigung

  • Abwehrmittel: z. B. Gegenstände, Pfefferspray, Messer

  • Absicherung der eigenen 4 Wände

  • Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit

  • Steigerung der Selbstverteidigungsbereitschaft u.v.m.




Unser Kurs "Fight for Yourself!" startet wieder im Februar 2024.


Du kannst gerne eine kostenlose Probestunde vereinbaren, um zu schauen, ob der Kurs das Richtige für dich ist. Sprich uns einfach direkt darauf an.


Wir bieten diesen Kurs in regelmäßigen Abständen an. Um zu erfahren, ob demnächst wieder ein "Fight for Yourself!" Kurs startet, wende dich gerne an uns:





 


Solltest du weitere Fragen haben, dann kannst du jederzeit Kontakt zu uns aufnehmen.

Wir sind sehr gerne für dich da und beantworten deine Fragen.


Telefon: (030) 35 13 13 20

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