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Die Angst vor dem Glück

"Je weniger ich mich freue, umso weniger tief kann ich enttäuscht werden."



Die Angst vor dem Glück ist gerade bei Menschen mit einem Entwicklungstrauma, welches durch das Nahfeld, die eigenen Familie und / oder die eigenen Eltern verursacht wurde, besonders stark ausgeprägt.


Obwohl es der sehnlichste Wunsch ist Leben zu wollen, Glück und Liebe und Geborgenheit zu spüren, ist es oft die größte Herausforderung. Es erfordert Öffnung, die auf der anderen Seite so schwer fällt.


Sich auf neue Erfahrungen, Menschen und veränderte Lebenssituationen, die Verbesserung versprechen einlassen zu können, weckt die Ängste von einst. Die Ängste, die als Druckmittel, als Bedingung oder Konsequenz von TäterInnen genutzt werden, um Gehorsam und Gefügigkeit zu erhalten.


In der Praxis zeigt sich zumeist das Gefühl: "Ich freue mich mal lieber nicht zu früh, wer weiß was noch passiert!" oder "Wenn ich mich nicht so sehr freue, wie ich eigentlich fühle ist es besser, denn dann kann ich auch nicht so tief enttäuscht werden, wenn irgendwas dazwischen kommt!"


Es ist ein Leben mit angezogener Handbremse, die dem Menschen verbietet sich auf sein neues Leben und sein Glück einzulassen. Aus der Vergangenheit natürlich ein Selbstschutz, der nun in der Gegenwart nur mit neuen Erfahrungen Stück für Stück wieder heruntergefahren werden kann.


Geschieht jedoch etwas "Ungeplantes", etwas was die alte Erfahrungswelt bestätigt, wird der betroffene Mensch im Zweifel sofort wieder zu machen - ähnlich einer Auster. Die Angst vor Schmerz, Verlust und Verletzung ist zu groß und will nicht nochmal gespürt werden.

Die Aufgabe ist es natürlich auch mit den Widrigkeiten des Lebens und den Widerständen, Niederlagen und Herausforderungen im Leben zurecht zu kommen und die Stabilität nicht zu verlieren.


Leben ist Bewegung und Veränderung und darauf wurde dieser Mensch nicht so vorbereitet, wie es sein sollte. Es ist ein stetiges Einlassen, Loslassen und Training sich hier gegen die manifestierten Mechanismen des inneren, traumatisierten Kindes als heute erwachsener Mensch zu behaupten und zu sehen, wer man wirklich ist - nämlich viel mehr als sein Trauma und ein Überlebenskünstler, der Übermenschliches geleistet hat und den heute als Erwachsener so schnell nichts mehr erschüttern kann. ☘️